Das Projekt
Die Deutsch-Tschechische Fußballschule ist ein europaweit einmaliges Projekt der Talentförderung. Deutsche und tschechische Kinder trainieren gemeinsam Fußball und besuchen daneben einen Sprachkurs. Auf diese Weise fördern sie nicht nur ihr Fußballtalent. Gleichzeitig lernen sie Sprache und Kultur des Nachbarlandes kennen. Die Idee ist einfach und hat Erfolg: Mittlerweile ist die Fußballschule fast ausgebucht. Teilweise nehmen die Kinder bis zu 130 Kilometer Anfahrt auf sich, um an den Trainings oder Spielen teilzunehmen.
Professionelle Förderung
Die Deutsch-Tschechische Fußballschule möchte ihre Talente professionell fördern. Sie hat daher erfahrene Fußballtrainer und Sprachlehrer engagiert, die im Umgang mit Kindern und Jugendlichen erprobt sind. „Wir legen Wert auf eine solide technische Ausbildung und offensiven Fußball. Unsere Kinder sollen gefühlvoll und kreativ mit dem Ball umgehen können, Freude am Spiel haben“, betont Robert Kilin, der sportliche Koordinator. Der ehemalige Kapitän der rumänischen Junioren-Nationalmannschaft weiß, wovon er spricht. Er hat selbst eine Profi-Ausbildung durchlaufen, ehe er nach Deutschland wechselte.
Kilin leitet auch die Kooperation der Deutsch-Tschechischen Fußballschule mit dem FC Bayern München. Seit 2003 bietet der deutsche Rekordmeister dem Trainerstab die Möglichkeit, Fortbildungen zu besuchen und Trainingsmethoden des FC Bayern kennenzulernen.
Dafür, dass der deutsch-tschechische Doppelpass auch außerhalb des Spielfelds klappt, sorgt Tereza Jánská. Die gelernte Lehrerin leitet den Sprachkurs und bringt den Kindern Deutsch und Tschechisch bei. „Im Mittelpunkt steht bei uns nicht das Pauken der Grammatik oder das Auswendiglernen von Vokabeln. Wir wollen die Nachbarsprache mit Freude lernen, kindgerecht und spielerisch“, erläutert die junge tschechische Lehrerin ihre Philosophie. Das Konzept ist langfristig angelegt: Im ersten Jahr soll ein Basiswissen vermittelt werden, das dann Schritt für Schritt vertieft wird. Erste Erfolge sind schnell zu verzeichnen: Die Mannschaftssprache ist bereits heute wahrhaft europäisch. Fließend wechseln die Jungs und Mädchen zwischen Deutsch, Tschechisch und Englisch hin und her, geben Kommandos und feuern sich gegenseitig an.
Trainingsalltag und Teilnehmerkreis
Wer kann an der grenzüberschreitenden Fußballschule teilnehmen? Das Projekt steht prinzipiell allen interessierten Fußballtalenten im Vierländereck Bayern-Böhmen-Sachsen-Thüringen offen. Die Aufnahme ist derzeit für Jungs und Mädchen der Jahrgänge 1997 bis 2002 möglich. Die Nachwuchskicker können bereits bei anderen Vereinen registriert sein. Die Übungseinheiten sind als Extra-Training für alle Kinder gedacht, die gerne noch eingehender gefördert werden möchten.
Wie sieht der Trainingsalltag im Projekt Deutsch-Tschechische Fußballschule aus? Jeder Jahrgang trainiert ein- bis zweimal pro Woche. Trainingsorte sind Hof und Rehau in Oberfranken sowie das Kurbad Františkovy Láznì und Skalná, die Heimatstadt von Pavel Nedvìd. Die deutschen bzw. tschechischen Kinder werden mit Kleinbussen zum Trainingsstützpunkt ins Nachbarland gebracht. Dort werden gemischt nationale Kleingruppen gebildet. Eine Gruppe trainiert Fußball, die andere besucht den Sprachkurs. An den Wochenenden werden oft Turniere und Freundschaftsspiele bestritten. Dort tritt die Fußballschule als grenzüberschreitende deutsch-tschechische Auswahl an.
Camps
Außerhalb des Projektalltags bietet die Fußballschule regelmäßig Schnupperkurse und ein intensives Talentförderprogramm an. Zum Kennenlernen des Projekts organisiert die Fußballschule Fußballcamps in den Ferien. Dort haben Kinder und Jugendliche bis 13 Jahre die Möglichkeit, sich in vier Tagen von der Qualität unserer Ausbildung zu überzeugen.
„Champions-League-Flair“
Die sportlichen Höhepunkte für die in Weiß-Grün spielenden Kicker sind die regelmäßigen Juniorenturniere. Das Topereignis ist dabei für jeden Fußballschüler die MINI-EM. Bei diesem Turnier misst sich die gastgebende U11-Auswahl mit internationalen Spitzenteams aus ganz Europa. Mannschaften wie FC Bayern München, Olympique Marseille, FC Porto, Werder Bremen, Manchester United , VfB Stuttgart, CSKA Moskau, Slavia Prag, Glasgow Rangers, Zenit Sankt Petersburg, Legia Warschau, Rapid Wien oder AC Florenz verbreiten „Champions-League-Flair“ bei der MINI-EM und machen das Turnier zu einem einmaligen Wettbewerb im europäischen Jugendfußball.
Auch große Idole der Nachwuchskicker sind von der grenzüberschreitenden Talentschmiede überzeugt und von der Idee des Projekts angetan. Pavel Nedvìd, der ehemalige Superstar von Juventus Turin, freut sich: „Die Fußballschule und die MINI-EM sind eine Supersache für meine Heimatregion“. Auch andere Experten zeichneten die Deutsch-Tschechische Fußballschule bereits aus. 2002 wurde sie als „besonders innovatives Sportprojekt“ prämiert (MasterCard-Award „Champions4me“), 2003 zum „intensivsten deutsch-tschechischen Jugendprojekt“ gekürt (Tandem). 2006 zeichnete BMW die DTFS zum weltweit zweitbesten interkulturellen Projekt aus. 2008 erhielten wir den "Einheitspreis", der die besonderen Verdienste der DTFS im Einigungsprozess Europas auszeichnete.
Trotz der Erfolge und aller Euphorie darf allerdings eines nicht vergessen werden: Ohne all ihre engagierten Förderer, Sponsoren und freiwilligen Helfer wäre die Deutsch-Tschechische Fußballschule wohl kaum mehr als eine schöne Idee.